Eine Reise in die Raunächte – Ein Abend mit Kathrin Blum

Es gibt immer wieder Momente, die uns etwas erinnern lassen, das wir längst wissen – tief in uns, gespeist aus einer uralten Verbindung. Altes Wissen in uns, das wir manchmal nicht (be-)greifen können.

Kathrin hat die besondere Fähigkeit, Geschichten zu Landschaften und Menschen und deren Verbindung zu erzählen. Ihre Worte öffnen Räume, in denen Natur, Mythos und Gegenwart zusammenfinden. Und sie lebt, was sie erzählt: die Verbindung zur Natur als großen Resonanzraum, der immer verfügbar ist – voller Geborgenheit, Klarheit und Halt, wenn wir uns wieder an ihn erinnern.
Doch genau dieses Erinnern fällt uns in unserer modernen Welt schwer.
Kathrin hat uns an diesem Abend geholfen, wieder besser zu begreifen, was wir eigentlich noch wissen.

 

 

Warum wir verlernt haben, uns zu erden

Wir alle kennen dieses Gefühl: Gerade jetzt, in der hektischen Vorweihnachtszeit, jagt ein To-Do das nächste. Konsum, Erwartungen, Termine und gleichzeitig eine diffuse Erschöpfung. Draußen wird es dunkel und kalt, die Landschaft kahl, grau, zurückgezogen. Und vieles davon spüren wir in uns auch.
Die Natur geht in den Rückzug. Unser Lebensstil zwingt uns ins Gegenteil.
Wir tun so, als sei diese Jahreszeit einfach „weiter wie immer“, doch unser Körper weiß es besser. Erst seit einem Wimpernschlag in der Menschheitsgeschichte gibt es elektrisches Licht. Erst seit wenigen Generationen können wir die Nächte künstlich erhellen und die Tage unnatürlich verlängern.
Dass sich das nicht natürlich anfühlt, merken wir spätestens dann, wenn die Stille draußen uns an etwas erinnert, das wir längst vergessen glaubten.

Schön fand ich das Bild des Apfelbaums, das Kathrin uns mitgab:
Gerade hatten wir noch die Pracht mit Körben voller Früchte. Voll hingen die Bäume. Doch jetzt sind sie kahl und ohne Blätter. Still – es passiert nichts. Sie sammeln ihre Kräfte für das Neue, das sie bald erschaffen. Bald stehen sie wieder in voller Blüte, die Blätter kommen zurück und der Baum entfaltet sich zu neuer Pracht mit vielen Früchten. Der Baum setzt keine neuen Äpfel an, sobald die alten geerntet sind. Doch genau das erwarten wir eigentlich immer von uns selbst. Eine Sache ist fertig und los geht es an das nächste Projekt. Wer will denn schon unproduktiv bleiben?

 

Die Raunächte – eine alte Weisheit in einer modernen Welt

Kathrin erzählte an diesem Abend davon, wie die Menschen schon früh die Besonderheit dieser Zeit erkannten. Die Raunächte – jene Tage zwischen den Jahren – begleiten die Menschheit seit Jahrhunderten.

Ein faszinierender Grund dafür liegt in der frühen Erkenntnis einer kosmischen Diskrepanz:

  • Der Mond kreist alle 28 Tage um die Erde.
  • Die Erde braucht aber 365 Tage, um die Sonne zu umrunden.

Sonnenobservatorien wurden gebaut, um den Jahreslauf präzise zu bestimmen, um zu erkennen, wann wirklich Frühling ist, wann Aussaat möglich ist. Denn zwischen dem Mond- und dem Sonnenjahr bleibt ein Rest:

Zwölf Nächte und elf Tage.

Diese „Leerstelle“ im Kalender wurde zu etwas Heiligem. Je nach Tradition beginnt sie am 21. Dezember, der Wintersonnenwende, oder am 25. Dezember und endet am 6. Januar.

Spannend war, dass wir im Buchclub Teilnehmerinnen aus verschiedenen Regionen hatten. Ungarn, Portugal, Spanien, dänische Grenze, Bodensee. In Spanien heissen die Raunächte z.B. die „heiligen Nächte“.

Viele kennen noch alte Bräuche und Verbote aus dieser Zeit:
Räder sollten stillstehen. Wäsche durfte nicht gewaschen werden. Alles sollte ruhen.
Aber warum?

 

Der Jahreswechsel als Ritual und warum wir ihn heute nicht mehr gut vollziehen

Kathrin erklärte, dass ein Ritual immer aus drei Phasen besteht:

1. Rückschau – Was war?

Innehalten. Reflektieren. Anerkennen. Abschließen.

2. Transformation – die Zeit der Stille

Leere zulassen. Raum schaffen. Nicht wissen müssen. Die Dinge dürfen sacken.
Diese Phase ist unbequem und gerade deshalb so wichtig.

3. Vision & Neubeginn

Bilder formen. Wünsche entstehen lassen. Neu ausrichten.

Doch in unserer modernen Welt überspringen wir Phase 2 liebend gern.
Am 31. Dezember blicken wir kurz zurück und kaum hat der Countdown gezählt, starten wir ins neue Jahr, schnell, laut, bunt.
Kein Wunder also, dass Neujahrsvorsätze oft scheitern.
Es fehlt die Phase dazwischen. Die Zeit, in der wirklich etwas in uns wirken kann.

 

Ein Märchen, das uns berührt: Frau Berchta

Ein besonders schöner Moment an diesem Abend war, als Kathrin uns ein Märchen über Frau Berchta vorlas – eine alte Gestalt, die seit Jahrhunderten durch die Raunächte führt.

Diese Geschichten hauchen der dunklen Zeit Wärme und Bedeutung ein.
Sie erinnern daran, dass die Menschen schon immer gespürt haben, dass zwischen den Jahren etwas Besonderes liegt.

 

Kathrins Einladung: Raunächte ohne Druck, ohne Esoterik, ohne Chichi

Was diesen Abend so wohltuend machte, war Kathrins unaufgeregte, klare Haltung.
Keine romantisierte Überhöhung, keine komplizierten Rituale, kein neuer Perfektionismus.
Stattdessen eine einfache Einladung:

Starte mit dem, was möglich ist.
Lass Druck los.
Finde deinen eigenen Zugang.
Und tauche mit jedem Jahr ein bisschen tiefer.

Sie hat uns durch ihre Worte ein Stück verloren geglaubter Erdung zurückgegeben.

 

Begleitung, die wirklich trägt: Buch, Journal & Kurs

Wer tiefer einsteigen möchte, kann sich von Kathrins Werkzeugen begleiten lassen:

Ihr Buch über die Raunächte

Warm geschrieben, fundiert, voller Geschichten und Wissen.

Das liebevoll gestaltete Journal

Nach dem Prinzip des Free Writings lädt es dazu ein, in den Dialog mit sich selbst zu treten – ohne Druck, ohne Bewertung.
Eine nachhaltige Grundlage für ein neues Jahr.

Ihr Kurs mit kurzen, ansprechenden Videos

Einmal gekauft, kann er jedes Jahr genutzt werden.
Wieder ein Stück tiefer. Wieder ein Stück näher an der Natur und an sich selbst.

Alles an Kathrins Arbeit ist getragen von Bodenständigkeit, Innerlichkeit und Respekt vor der Natur. Kein Hype, kein Trend. Eher eine Erinnerung an das, was wir immer schon wussten.

 

Die Kraft der Natur und warum ich dieses Jahr eintauchen werde

Die Vorstellung, die Kraft der Natur zu nutzen, um wieder mehr Ruhe, Stille, Geborgenheit und Klarheit zu finden, berührt mich tief.
Vielleicht, weil ich spüre, wie sehr wir uns alle danach sehnen.
Vielleicht, weil es sich anfühlt wie ein Geschenk, das wir uns selbst machen dürfen.
Und deshalb werde ich in diesem Jahr eintauchen in die Raunächte.
Mich einlassen.
Langsam. Bewusst.

Als Geschenk an mich selbst.

Vielleicht begleitet Kathrins Wissen auch dich auf diesem Weg.
Vielleicht hörst auch du die alte Erinnerung in dir.
Vielleicht ist jetzt genau die richtige Zeit dafür.

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Eine Antwort

  1. Danke für diesen Raum, Katrin 🌙 – ich habe mich aufgehoben gefühlt und zugleich erinnert an meine eigene Zeit der Stille, an den Frauenkreis und die Entdeckung von Weiblichkeit. Gerade die Raunächte zeigen mir, wie wichtig es ist, innezuhalten und Verbundenheit ernst zu nehmen.

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